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Quantcast

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Quantcast

Quantcast ist ein Trackingtool zur Analyse von Reichweite und Nutzerverhalten.

Sitz: San Francisco, Californien, Vereinigte Staaten
Kategorie:
Webanalytics
Rechtsgrundlage: Einwilligung erforderlich via Consent Management Platform (CMP)
Inhalt des Beitrags

    Was ist Quantcast?

    Quantcast ist ein Webanalyse Tool, welches das Verhalten von Webseiten-Besuchern in Form von Daten sammelt und auswertet. Der Dienst bietet KI gestützte Echtzeitanalysen für Online-Werbung.

    Warum wird  Quantcast verwendet?

    Unternehmen sind daran interessiert Ihren Internetauftritt und Marketingmaßnahmen meßbar zu machen. Da die Performance einer Website ohne Hilfsmittel nur schwer meßbar ist, setzen viele auf Analysetools wie Quantcast um Daten zu gewinnen, mit denen Veränderungen der Interaktion von Usern sichtbar gemacht werden können. Hieraus können dann Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

    Dabei sind die Analysemöglichkeiten vielfältig und die Grenze liegt nur bei dir selbst und den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Und genau hier wird es spannend. Denn aus Sicht von Datenschützern ist der Einsatz von Webanalyse Tools umstritten. Was du beachten musst, wenn du Quantcast datenschutzkonform einsetzen willst, erkläre ich dir hier.

    Services und Cookies

    Wie? Es gibt noch weitere Services?

    Du benötigst eine allgemeine Service-Übersicht, welche die wichtigsten Informationen verständlich darstellt? We got you!

    Dürfen wir vorstellen: Unsere Service-Galaxy 🪐

    Rechtliche Grundlage für die Verarbeitung

    Die Grundlage für die Verarbeitung der Daten ergibt sich aus der DSGVO in Kombination mit dem TTDSG, wobei die DSGVO vorrangig ist, sollte es mal zu Kollisionen kommen.

    Die DSGVO regelt die Verarbeitung der personenbezogenen Daten und das TTDSG fokussiert sich auf den Zugriff auf das Endgerät, also z.B. den Einsatz von Cookies.

    Wann besteht eine Einwilligungspflicht?

    Personenbezogene Daten

    Die Verarbeitung personenbezogener Daten ist nur dann rechtmäßig, wenn mindestens einer der Buchstaben des Art. 6 Abs. 1 DSGVO erfüllt ist. Die beiden wichtigen lit. sind die folgenden:

    1. Die betroffene Person hat ihre Einwilligung erteilt (lit. a)
    2. Die Verarbeitung ist zur Wahrung deines berechtigten Interesses erforderlich (lit. f)

    Cookies

    Gem. Art. 25 Abs. 1 TTDSG ist dann eine Einwilligung erforderlich, wenn Cookies gesetzt werden, die technisch nicht unbedingt notwendig sind.

    Dabei sollte man wissen, dass damit nicht nur die bekannten, kleinen Textdateien und Pixel zählen, sondern alle Technologien, die es ermöglichen, einen Nutzer, einen Benutzeragenten oder Gerät herauszufinden, zu verknüpfen oder herzuleiten.

    Einwilligungspflichtig sind also alle Informationselemente, die die Identifizierung einer Person ermöglichen.

    Die Anforderungen an die Einwilligungsfreiheit

    Um einen einwilligungsfreien Einsatz zu gewährleisten, müssten folgende Bedingungen erfüllt sein:

    1. Abschluss eines Auftragsverarbeitungsvertrags mit dem Auftragsverarbeiter (AV)
    2. Kein Einsatz von Cookies oder ähnlichen Techniken zur Profilbildung
    3. Verarbeitung von personenbezogenen Daten ausschließlich in Europa
    4. Der Auftragsverarbeiter nutzt die gewonnenen Daten nicht für eigene Zwecke
    5. Der Auftragsverarbeiter verknüpft die Daten nicht über verschiedene Websites oder reichert sie an
    6. Möglichkeit des Opt-outs bzw. Widerrufs sowie ausführliche Informationen über die Erhebung personenbezogener Daten in der Datenschutzerklärung
    7. IP-Anonymisierung („Privacy by Default“)
    8. Automatisches Opt-out bei Do-Not-Track-Einstellungen im Browser
    9. Nachweis der erfolgten Punkte 1-8 durch den Website-Betreiber
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    IP-Adresse

    Beachte dass die IP-Adresse generell ein personenbezogenes Datum darstellt.

    Falls du verhindern willst, dass personenbezogene Daten übermittelt werden, musst du immer dafür sorgen, dass die IP-Adresse verschleiert wird.

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    Server-Standort

    Solange nicht klar ist, ob/dass Daten von einem sicheren Server-Standort aus erhoben werden, ist die Vereinbarkeit mit der DSGVO schwierig.

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    Firmensitz

    Bei amerikanischen Unternehmen oder deren Töchter ist zusätzlich der Fakt, dass es sich um ein amerikanisches Unternehmen handelt zu berücksichtigen. Amerikanische Unternehmen sind seit dem EuGH Urteil zum Privacy Shield einem unsicheren Drittland zugehörig.

    Warum ist Quantcast Einwilligungspflichtig?

    • Es wird nur schwer möglich sein, ein berechtigtes Interesse für ein Marketingtool wie Quantcast zu begründen.
    • Die IP-Adresse der Nutzer ist ein personenbezogenes Datum. Zwar wird die IP-Adresse in Quantcast standardmäßig anonymisiert, aber selbst dann kann davon ausgegangen werden, dass die Serverzugriffe geloggt werden und die IP-Adresse so an den Serviceprovider gelangt.
    • Weiterhin besteht das Problem, dass Quantcast ein US-Amerikanisches Unternehmen ist und die USA seit der Beendigung des Privacy Shields als unsicherer Drittstaat gelten. Dadurch gibt es aktuell keine Rechtsgrundlage für die Übermittlung der Daten in die USA.

    Damit liegen Verstöße gegen die oben genannten Punkte 3, 7 und 9 vor. Eine Einwilligungsfreiheit kann nicht begründet werden.

    Die Kombination mit Server-side Tagging kann aber, bei der richtigen Konfiguration dazu führen, dass Quantcast ohne Einwilligung eingesetzt werden kann.

    Fazit zur datenschutzkonformen Nutzung von Quantcast

    In Sachen Datenschutz hat sich Quantcast mühe gegeben, den Europäischen Anforderungen gerecht zu werden. Es hat nicht ganz gereicht, aber es ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.

    Zusammenfassend können wir noch folgende Probleme identifizieren:

    • Es muss sichergestellt werden, dass keine personenbezogenen Daten an Quantcast weitergeleitet werden
    • Quantcast darf die Daten nicht für eigene Zwecke nutzen und mit bestehenden Daten verknüpfen
    • Quantcast darf nicht durch Logging an die IP-Adresse des Nutzers kommen
    • Wenn Cookieless Tracking verwendet wird, muss darauf geachtet werden, dass der Nutzer dennoch nicht identifiziert werden kann und vor allem, dass Quantcast den Nutzer nicht identifizieren kann

    Das ist natürlich schade, denn es wäre ein großer Vorteil, die Nutzer ohne Einwilligung tracken zu können. Es gibt aber eine "Notlösung" für das Problem. Wenn man das ganze als Server-Side Tagging betreibt, besteht die Möglichkeit, durch den erhöhten Datenschutz und die verbesserte Datenhoheit, auch ohne Einwilligung zu tracken. Dies geht zwar deutlich zu lasten der Datenqualität, aber immerhin gibt es eine Möglichkeit.

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