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Google Analytics 4 ohne Einwilligung?

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Google Analytics 4

Google Analytics (neuste Version 4) ist ein Trackingtool zur Analyse von Reichweite und Nutzerverhalten.

Sitz: Mountain View, Kalifornien, Vereinigte Staaten von Amerika
Kategorie:
 Marketing Service
Rechtsgrundlage: Einwilligung erforderlich via Consent Management Platform (CMP)
Inhalt des Beitrags

    Was ist Google Analytics 4?

    Google Analytics 4 (GA4) ist der Nachfolger von Google Universal Analytics (UA) und demzufolge ein Webanalyse Tool, welches nun aber auch die Daten von iOS- oder Android-Apps untersuchen kann. Aber das ist bei weitem nicht die einzige Neuerung die GA4 zu bieten hat. Tatsächlich sind die Neuerungen so weitreichend, dass man praktisch von einem neuen Tool sprechen könnte.

    Warum wird Google Analytics 4 verwendet?

    Google Analytics ist mit großem Abstand europäischer Marktführer, wenn es um Webanalyse geht. Mit dem kostenlosen Tool hat der amerikanische Tech-Gigant die Welt der Webanalyse für jedermann geöffnet, wenn auch nicht ganz uneigennützig.

    Die Analysemöglichkeiten sind vielfältig und wurden mit GA4 noch weiter verbessert. Die Begrenzung der Möglichkeiten hängt nur vom Kunden selbst oder aber vom Gesetzgeber ab. Und an dieser Stelle wird es spannend. Denn GA4 hat sich auch beim Thema Datenschutz verbessert. Wieso das aber nicht ausreicht, und GA4 trotzdem nicht bedenkenlos eingesetzt werden kann, wird im Folgenden erläutert.

    Services und Cookies

    Wie? Es gibt noch weitere Services?

    Du benötigst eine allgemeine Service-Übersicht, welche die wichtigsten Informationen verständlich darstellt? We got you!

    Dürfen wir vorstellen: Unsere Service-Galaxy 🪐

    Rechtliche Grundlage für die Verarbeitung

    Die Grundlage für die Verarbeitung der Daten ergibt sich aus der DSGVO in Kombination mit dem TTDSG, wobei die DSGVO vorrangig ist, sollte es mal zu Kollisionen kommen.

    Die DSGVO regelt die Verarbeitung der personenbezogenen Daten und das TTDSG fokussiert sich auf den Zugriff des Nutzer-Endgeräts, wie es z.B. bei dem Einsatz von Cookies der Fall ist.

    Wann besteht eine Einwilligungspflicht?

    Tracking-Einwilligung

    Eine Einwilligungspflicht besteht laut DSK (Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder) in zwei Fällen:

    1. Wenn für den Zweck ein milderes, gleich effektives Mittel zur Verfügung steht.
    2. Wenn die Verarbeitungen nicht den vernünftigen Erwartungen der Nutzer entsprechen.

    Definitiv einwilligungspflichtig sind:

    1. Mousetracking bzw. Techniken zur Erfassung von Tastatur-, Maus- und Wischbewegungen auf Touchscreens
    2. Zählpixel von Werbenetzwerken
    3. Die Einbindung von Drittanbietern, die die gesammelten Daten mit eigenen verknüpfen oder beispielsweise Daten von verschiedenen Websites zusammenführen.

    Cookie-Einwilligung

    Gemäß Art. 25 Abs. 1 TTDSG ist eine Einwilligung erforderlich, wenn Cookies gesetzt werden, die technisch nicht unbedingt notwendig sind. Dabei sollte man wissen, dass damit nicht nur die bekannten, kleinen Textdateien und Pixel zählen, sondern alle Technologien, die es ermöglichen, einen Nutzer, einen Nutzeragenten oder das Gerät herauszufinden, zu verknüpfen oder herzuleiten.

    Einwilligungspflichtig sind also alle Informationselemente, die die Identifizierung einer Person ermöglichen.

    Die Anforderungen an die Einwilligungsfreiheit

    Tracking und Web-Analyse ohne Zustimmungspflicht ist möglich. Aus den spezifischen Bedingungen für die Einwilligungspflicht – die ja gerade keine pauschale Forderung nach Einwilligungen formulieren – lassen sich folgende Anforderungen an die einwilligungsfreie Web-Analyse ableiten:

    1. Abschluss eines Auftragsverarbeitungsvertrags mit dem Auftragsverarbeiter (AV)
    2. Kein Einsatz von Cookies oder ähnlichen Techniken zur Profilbildung
    3. Verarbeitung von personenbezogenen Daten ausschließlich in Europa
    4. Der Auftragsverarbeiter nutzt die gewonnenen Daten nicht für eigene Zwecke
    5. Der Auftragsverarbeiter verknüpft die Daten nicht über verschiedene Websites oder reichert sie an
    6. Möglichkeit des Opt-outs bzw. Widerrufs sowie ausführliche Informationen zum Tracking in der Datenschutzerklärung
    7. IP-Anonymisierung („Privacy by Default“)
    8. Automatisches Opt-out bei Do-Not-Track-Einstellungen im Browser
    9. Nachweis der erfolgten Punkte 1-8 durch den Website-Betreiber

    Warum ist Google Analytics 4 Einwilligungspflichtig?

    • Es wird nur schwer möglich sein, ein berechtigtes Interesse für ein Marketingtool wie Google Analytics 4 zu begründen. Vor allem, da Google Signals die gesendeten Daten versucht, sie mit Google-Konten in Verbindung zu bringen. Der Dienst kann zwar deaktiviert werden, jedoch ist nicht klar, ob Google nicht dennoch versucht die Daten zu verknüpfen.
    • Die IP-Adresse der Nutzer ist ein personenbezogenes Datum. Zwar wird die IP-Adresse in GA4 nun standardmäßig anonymisiert, aber selbst dann kann davon ausgegangen werden, dass Google die Serverzugriffe loggt und dadurch an die IP-Adresse der Nutzer kommt.
    • Weiterhin besteht das Problem, dass Google ein US-Amerikanisches Unternehmen ist und die USA seit der Beendigung des Privacy Shields als unsicherer Drittstaat gelten. Dadurch gibt es aktuell keine Rechtsgrundlage für die Übermittlung der Daten in die USA.

    Damit liegen Verstöße gegen die oben genannten Punkte (2, 3, 4, 5, 7 und 9) vor. Eine Einwilligungsfreiheit kann nicht begründet werden.

    Die Kombination mit dem Google Tag Manager kann aber, bei der richtigen Konfiguration dazu führen, dass GA4 ohne Einwilligung eingesetzt werden kann.

    Fazit zur datenschutzkonformen Nutzung von Google Analytics 4

    Google hat sich mit Google Analytics 4 deutlich gegenüber UA verbessert was die Funktionen und den Nutzen für die Anwender angeht. Auch in Sachen Datenschutz hat sich Google mühe gegeben, den Europäischen Anforderungen gerecht zu werden. Es hat nicht ganz gereicht, aber es ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.

    Zusammenfassend können wir noch folgende Probleme identifizieren:

    • Es muss sichergestellt werden, dass keine personenbezogenen Daten an Google weitergeleitet werden
    • Google darf die Daten nicht für eigene Zwecke nutzen und mit bestehenden Daten verknüpfen
    • Google darf nicht durch Logging an die IP-Adresse des Nutzers kommen
    • Wenn Cookieless Tracking verwendet wird, muss darauf geachtet werden, dass der Nutzer dennoch nicht identifiziert werden kann und vor allem, dass Google den Nutzer nicht identifizieren kann

    Wenn man den Google Tag Manager hinzu nimmt und das ganze noch als Server-Side Tagging betreibt, besteht die Möglichkeit, durch den erhöhten Datenschutz und die verbesserte Datenhoheit, auch ohne Einwilligung zu tracken. Dies geht zwar deutlich zu lasten der Datenqualität, aber immerhin gibt es eine Möglichkeit.

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